Manuelle Therapie

Manuelle Therapie bedeutet wörtlich »Heilbehandlung mit den Händen«. In diesem Sinne existiert sie wohl schon mindestens seit der Antike, auch im alten China waren spezielle Handgriffe bekannt, mit denen Rückenleiden behandelt wurden. Aus den Vorläufern der Manuellen Therapie entwickelten sich später auch die Chiropraktik und die Osteopathie. Heute steht der Begriff jedoch für mehr, nämlich für eine systematische physio­therapeutische Untersuchung und Behandlung des Bewegungsapparates (d.h. Muskeln, Gelenke und Nerven). Die Manuelle Therapie dient also zugleich der Diagnostik und der Therapie einer Funktionsstörung im Bewegungssystem.

Praxis Stefan Plaschka | Wirbelsäulen

Ziele der Manuellen Therapie sind die Schmerzlinderung und das Aufheben von Bewegungs­einschränkungen. Hierfür werden sog. Mobilisationstechniken angewandt – spezielle Handgriffe, die sich in drei Kategorien einteilen lassen: Man unterscheidet Traktion, trans­la­torisches Gleiten und Weichteilbehandlung. Bei der Traktion wird das Gelenk gedehnt, um es zu entlasten und so Schmerzen zu lindern. Dadurch kann auch eine bessere Beweglichkeit des Gelenks erzielt werden. Beim translatorischen Gleiten werden die einzelnen Gelenk­bestand­teile vorsichtig gegeneinander verschoben. Dies soll ebenfalls die Beweglichkeit sowie das Gelenkspiel verbessern. Der Begriff Weichteilbehandlung steht für verschiedene Dehn- und Entspannungstechniken: Durch sanftes Dehnen wird die Muskulatur verlängert, damit sie sich dem verbesserten Gelenkspiel anpasst.

Die eigentliche »Be-Hand-lung« ist jedoch Teil eines umfassenden Konzeptes: Je nach Indikation gehören dazu auch physikalische Therapie, aktives Training mit und ohne Gerät sowie Beratung und Anleitung, damit der Schmerz langfristig gelindert, die Beweglichkeit nachhaltig verbessert wird. Darüber hinaus berücksichtigt die Manuelle Therapie auch die Persönlichkeit der Patienten, nimmt sie als Ganzes, als Menschen wahr. Denn Beschwerden sind nie nur ein rein physisches Problem, und dieser Tatsache trägt die Manuelle Therapie Rechnung – sie ist eine ganzheitlich orientierte Behandlungsmethode. Man könnte das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut bei der manuellen Therapie auch als Kooperation bezeichnen, als eine gemeinsame Suche nach Ursache und Lösung für ein gesundheitliches Problem.

Manuelle Therapie ist zwar auf abendländischer Medizin begründet, schließt jedoch andere Sichtweisen und Ansätze nicht aus. Man könnte sie auch als wissenschaftlich fundiertes Handwerk bezeichnen, das sich in einem ständigen Entwicklungsprozess befindet. Da die Manuelle Therapie eine geschützte physiotherapeutische Behandlungsform ist, kann sie durch den behandelnden Arzt verordnet werden und wird in der Regel von den deutschen Krankenkassen bezahlt.